Dienstag, 07. September 2010
16:48 Uhr
Hust Hust
Husten fühlt sich an, als würde das Gehirn gegen die Schädelwände donnern, der Hals mit einer Zahnbürste abgebürstet und ich mich in eine Rüttelmaschine verwandeln. Was für ein Erlebnis...
Montag, 06. September 2010
18:04 Uhr
Murphy
"An manchen Tagen ist Murphy einfach präsenter als an anderen."
Sonntag, 05. September 2010
17:44 Uhr
Sushi
Ich bin kein großer Fischfan. Trotz aller möglicher Versuche, Fisch für mich schmackhaft zu machen, habe ich bisher nicht viele Varianten/Sorten gefunden, die ich wirklich gerne essen. Am ehesten mag ich geräucherten Fisch (Forelle oder Lachs) oder Thunfisch (nicht frisch...). Sushi ist also grundsätzlich eher schwierig.
Vor ein paar Jahren lud AnSch mich zum Sushi essen ein und es war eine Katastrophe für mich. Misosuppe als Vorspeise, danach diverse Sushi und als Nachtisch ein paar Litschi. Ich habe die Litschi gegessen. Natürlich nicht ohne auch Suppe und Sushi zu testen, aber beides war einfach nicht das Wahre für mich.
Die folgenden Jahre habe ich mehr oder weniger die Finger von Sushi gelassen. Ich habe mal probiert, wenn es wo welches zu testen gab, aber meine Meinung änderte sich nicht. Mit der Zeit bekam ich sogar eine Abneigung gegen den gesäuerten Reis und mochte daher auch keine nicht fischigen Sushi testen. Neugierig bin ich aber dennoch geblieben.
In Köln wanderte ich dann von Sushi-Lokal zu Sushi-Lokal und bewunderte all das Running Sushi, das man durch die Fenster sehen konnte. Mutig genug, um in ein reines Sushi-Lokal zu gehen, war ich aber nicht. Dafür fanden wir dann einen netten Kompromiss - ein Lokal, in dem es Sushi und koreanisches Essen vom Buffet gab. Dort gab es natürlich keine riesige Sushi-Auswahl, aber genügend zum Testen. Vorsichtig tastete ich mich an die "harmlosen" Sushi-Varianten heran: Maki mit Gurke, Thunfisch, Lachs und Omelette, dazu Lachs-Nigiri. Und es schmeckte. Lachs und Omelette waren nicht gerade meine Favoriten, aber gerade Gurke und Thunfisch mochte ich sehr. So sehr, dass wir auf dem Heimweg bei unserem Lieblingschinesen landeten, der neben einem wir-kochen-alles-frisch-Buffet auch ein paar Sushi anbietet, die ich unbedingt haben wollte.

Sushi
Wieder zuhause probierte ich dann auch mal Sushi selber zu machen. Ich fing mit großen Sushi-Rollen an und mochte spontan die Algen nicht. Ein bisschen enttäuscht schloss ich das Sushi-Kapitel für mich mehr oder weniger ab. Bis ich wenig später plötzlich totale Lust auf Sushi bekam. Also machte ich mich noch mal ans Selberrollen, konzentrierte mich aber dieses Mal auf kleine Rollen aus halben Blättern. So gab es Thunfisch-Maki und Gurken-Maki. Und es schmeckte köstlich. In der Folge machten wir das öfter, allerdings immer nur Thunfisch und Gurke.
Dieses Wochenende war ich dann mutig und nahm beim Einkaufen ein Päckchen geräucherten Lachs mit. Einen Teil für ein Lachsbrötchen beim Sonntagsfrühstück und der Rest dann für Sushi. Und so gab es heute Thunfisch-Gurken-Maki und Lachs-Gurken-Maki für uns.

Sushi
Schmeckte wunderbar und ich bin mir sogar unsicher, ob nicht Lachs sogar besser als Thunfisch war. Vielleicht gibt es ja demnächst doch mal rohen Fisch. Wenn ich je Fisch finde, den ich wirklich mag.
Sonntag, 05. September 2010
14:43 Uhr
Zutaten
1 Decke (die kuschelige Lieblingsdecke)
1 Großpackung Taschentücher (die guten mit Balsam)
1 Teller Hühnersuppe (die selbstgemachte mit Ingwer)
1 Tasse Tee (egal welcher)
Na? Ist das nicht mal ein nettes Rezept? *g*
Freitag, 03. September 2010
07:19 Uhr
Aua
Wenn Andreas eine Verspannung im Rücken hat, dreht er den Massagestrahl der Dusche auf und duscht heiß.
Wenn ich den Massagestrahl der Dusche aufdrehe und heiß dusche, habe ich danach nicht nur eine Verspannung, sondern der ganze Rücken fühlt sich an, als wäre er ein einziges großes, hartes Brett. Aua.
Dienstag, 31. August 2010
09:21 Uhr
Weiterbildung
Wieder etwas Neues gelernt. Und auch noch am eigenen Leib. Ich wusste gar nicht, dass... äh, lassen wir das.
Aber man glaubt gar nicht, was so ein Körper kann.
Montag, 30. August 2010
14:18 Uhr
Nebenwirkungen
Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein Körper mal langsam auf eine einzige Nebenwirkung beschränken würde. Noch besser, wäre natürlich gar keine, aber so anspruchsvoll bin ich ja gar nicht. Das alles ist nur langsam ziemlich erschöpfend.
Freitag, 27. August 2010
23:21 Uhr
Ein Freund
Der schmerzhafte und äußerst plötzliche Verlust eines Freundes hat mich vor zwei Monaten heftig zu Boden geschleudert. Ich stand da und wusste vom einen Moment auf den nächsten nicht mehr, was da passiert ist. Einen Tag lang wartete ich auf eine Veränderung, einen zweiten Tag ebenso und schließlich wurden die Tage zu einer Woche und immer noch wollte ich nicht vollends begreifen, dass diese Freundschaft so abrupt beendet worden war. Ich klammerte mich an alle möglichen Vorstellungen, die eher Hoffnungen und Wünsche waren. Zwar versuchte ich auch, die ganze Sache zu verarbeiten und für mich zu klären, aber immer mit dem Gedanken, dass es schon wieder werden würde.
Nach einer Woche entdeckte ich, dass der Schnitt tiefer ging, als ich gedacht hatte. Er hatte nicht nur eine Brücke abgebrochen, er hatte gleich noch eine weitere mitgerissen. Das war für mich der Moment, indem der Schmerz in Wut umschlug. Wut über etwas, das ich als albern und kindisch empfand, Wut darüber, aus für mich nicht sichtbaren Gründen eine solche Freundschaft wegzuwerfen, Wut darüber, dass jemand etwas mir Wertvolles bewusst zerstörte.
Die Wut gab mir Kraft. Ich stellte einiges auf die Beine, war aktiv, kümmerte mich um vieles und lenkte mich ab. Dann kamen die nächsten Schläge. Von ganz anderen Menschen und auch nicht absichtlich oder bösartig herbeigeführt, aber in diesem Moment musste ich erkennen, wie verletztlich, wie zerbrechlich ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich war.
Ich kippte einfach um. Eine Kleinigkeit nur und doch war sie der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich heulte und heulte und heulte. Es gab kein Ende, der Schmerz war so überwältigend, so allumfassend, dass für nichts anderes mehr Raum war. Andreas brauchte an diesem Abend sehr, sehr, sehr lange, um zu mir durchzudringen und noch länger, um den Absturz zumindest zu bremsen.
Danach zog ich mich zurück. Immer weiter und weiter. Zu dem ohnehin schon vorhandenen Kummer und Schmerz gesellten sich einige schlechte Nachrichten, die Welt geriet immer mehr aus den Fugen und selbst der Kurzurlaub zu Andreas' Geburtstag konnte nicht viel kitten, aber wenigstens die Akkus ein wenig aufladen.
Nach dem Urlaub stand ein unerfreulicher und angsteinflößender Termin an und ich lenkte mich auf alle möglichen Arten ab. Meine Stimmung war irgendwie in der Luft schwebend, unwirklich, fern - zumindest so lange ich nicht zu aufmerksam war. In dieser Stimmung entstand ein kurzer, vorsichtiger Kontakt zu diesem Freund, der recht abrupt wieder beendet wurde.
Noch einmal nahm ich all meine Kraft zusammen, wappnete mich gegen den neuerlichen Schmerz und suchte zum vermutlich tausendsten Mal Antworten für mich. Die ich immer noch nicht finden konnte. Der Kontakt wiederholte sich nicht.
Der beständige Schmerz nahm langsam ab, wurde immer mehr zu einem Rauschen im Hintergrund. Die Nächte zeigten mir Bilder von früher, die Tage rückten alles wieder in klares, erbarmungsloses Licht, das nur eine Wahrheit zuließ: Es war aus. Endgültig.
Ich flüchtete mich nicht länger in trügerische Hoffnungen und schöne Bilder von damals. Aber ich konnte auch nicht zu den Überresten zurück gehen und etwas daraus machen. Ich blieb für mich. Zurückgezogen, still. In mir blieb nur die Trauer zurück. Die Trauer über den Verlust einer unbeschreiblichen Freundschaft. Kein Zorn, keine Wut, kein Unverständnis, auch keine Hoffnung und keine Wünsche. Es war, wie es war.
Und dann lag eine Mail im Postfach. Eine Mail, die ich nie, wirklich niemals erwartet hätte, die ich mir so nicht einmal in all meiner Hoffnung ausgemalt hätte. Eine Mail, die ein Seil über die zerstörte Brücke brachte.
Ich hatte Angst. Was war wirklich zerstört worden? Lässt sich Vertrauen wieder finden? Wie wird es weiter gehen? Ich war vorsichtig. Die letzten Wochen hatten zu tiefe Kerben hinterlassen, zu viele hässliche Überlegungen beherbergt und zu heftige Stürme toben lassen. Kann eine Freundschaft einen solchen Bruch aushalten?
Heute, knapp zwei Wochen nach dieser Mail, kann ich voller Überzeugung sagen: Ja, das kann sie.
Vertrautheit und auch Vertrauen existieren noch. Oder wieder. Wer weiß das schon? Mein abendliches Lächeln und Lachen ist wieder zurück gekehrt. Es ist anders als früher, aber doch auch wieder gleich.
Ich habe großen Respekt vor dieser Mail und vor der Größe, sie zu schreiben und abzuschicken. Ich hätte nicht daran geglaubt, dass so etwas passieren würde und wenn ich jetzt nachts aus einem Traum von früher aufwache, ist der erste Gedanke nicht mehr: "Das wird es nie wieder geben", sondern "Danke, dass du wieder da bist."
Freitag, 27. August 2010
18:42 Uhr
Alleine
Andreas ist bis morgen Abend unterwegs und ich bin alleine zuhause. Ist nicht so mein Ding. Ich bin nicht gerne alleine. Also nicht grundsätzlich, ich mag durchaus auch gerne mal Zeit für mich, aber davon habe ich durchaus genug, da brauche ich nicht noch zusätzliche Solo-Zeit.
Und so kann ich mir noch so sehr sagen: "Hey, freu dich, du hast Zeit für dich, kannst tun und lassen was du magst und brauchst auf niemanden Rücksicht nehmen." Das funktioniert nicht. Nicht mal ansatzweise.
Vielleicht ja auch deswegen, weil ich Zeit mit Andreas so gut wie nie als bewusstes "Rücksicht nehmen" empfinde (außer wenn ich auf Sauerkraut verzichte ;-)), sondern einfach nur als harmonisch und stimmig. Mir fehlen keine Freiheiten und daher brauche ich auch nicht "mehr" davon.
Aber Andreas... der fehlt mir. Die Nähe, das Verständnis, das Aufeinander-Verlassen-Können, der Halt, den er mir gibt.
Freitag, 27. August 2010
07:53 Uhr
In Gedanken
Um auf dem Laufenden zu bleiben, benutze ich gerne den RSS-Feed von tagesschau.de. Dort ist es auch möglich, Meldungen zu kommentieren und je nach Interesse an dem Artikel und gerade vorhandener Zeit (oder manchmal auch nicht vorhandener Zeit), lese ich diese Kommentare dann auch.
Wie überall gibt es natürlich gute und schlechte Kommentare, Menschen, die nur schreiben, weil sie auch dabei sein wollen und solche, die tatsächlich eine Meinung haben, provokante und objektive, aggressive und überlegte Kommentare. Manchmal kann ich beim Lesen der Kommentare gar nicht anders als ein bisschen zu schnauben - immerhin besser, als den Kopf auf den Tisch zu knallen -, oder den Kopf zu schütteln. Oft geben sie mir aber auch (reichlich) zu denken.
Heute ist es eine Diskussion über die Reform der nachträglichen Sicherheitsverwahrung, in der der Satz fiel: "Opferschutz (besonders der vorbeugende) geht stets vor Täterschutz." Darauf meinte ein anderer, dass man so gar nicht erst anfangen solle, weil sonst irgendwann "der Schutz des Gesunden vor den des Kranken, der des Christen vor den des Nicht-Christens.." ginge. Ein dritter wiederum stimmte zu und fügte an, dass es nicht möglich sei, eine klare Linie zwischen Opfer und Täter zu ziehen, weil ein Mensch oft beides wäre.
Dieser letzte Satz ist es, der mich so sehr zum Nachdenken bringt. Vielleicht mache ich es mir zu leicht, aber in meinen Augen ist ein Opfer, das zu einem Täter wird, ein Täter. Egal aus welchen Gründen.
Trotzdem: Nachdenklich heute.